Ergänzungsleistungen

Wie funktionieren die Ergänzungsleistungen?

Was sind die Ergänzungsleistungen?

Wie der Name sagt, sind die Ergänzungsleistungen eine ergänzende finanzielle Unterstützung. Sie ergänzen die Renten aus der Alters- und Hinterlassenen Versicherung (AHV) oder die Invalidenversicherung (IV).

Sie dürfen Ergänzungsleistungen beantragen, falls Sie

  • bereits Renten aus der AHV oder aus der IV beziehen und

  • trotzdem nicht über das notwendige Einkommen verfügen, um die minimalen Lebenskosten zu decken.

Die Ergänzungsleistungen sind somit Einkommen- und Vermögensabhängig. Die Ergänzungsleistungen bestehen einerseits aus einer monatlichen Rente, andererseits aus der Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten.Es gibt die EL inzwischen seit vielen Jahrzehnten und sie wird immer weiter angepasst und reformiert um sie zu verbessern, durch den Bundesrat werden diese Veränderungen dann in Kraft gesetzt und geregelt.

Wer hat Anspruch auf Ergänzungsleistungen?

Um Ergänzungsleistungen beziehen zu können, müssen Sie Anspruch auf eine AHV oder IV Rente bzw. auf Hilflosenentschädigunghaben. Sie müssen in der Schweiz wohnhaft sein. Ausländer aus nicht EU/EFTA Ländern müssen zusätzlich ununterbrochen zehn Jahre in der Schweiz gewohnt haben.

Falls Sie das ordentliche Rentenalter erreicht haben oder invalid sind aber keinen Anspruch auf eine AHV oder IV-Rente haben, können Sie trotzdem unter gewissen Voraussetzungen Ihr Anrecht auf Ergänzungsleistungen geltend machen.

Wollen Sie prüfen, ob Sie Anspruch auf Ergänzungsleistungen oder sonstige Sozialleistungen haben? Buchen Sie unsere sozial-finanzielle Planung

Die Berechnungen von Ergänzungsleistungen

Wie werden die Ergänzungsleistungen berechnet

Der Bezug von Ergänzungsleistungen soll die allfälligen Lücken in Ihrem Budget füllen, sprich wenn Sie mehr Ausgaben als Einnahmen haben. Dabei werden nur gewissen Ausgaben anerkannt. Vermögen wird den Einnahmen angerechnet. 

Ein wesentliches Problem besteht darin, dass die Betreuung zu Hause der Pflege im Heim nicht gleichgestellt ist. Dies führt dazu, dass die Finanzierung des Lebens zu Hause erschwert wird.

Welche Ausgaben anerkannt sind

Die folgenden Ausgaben sind bei der Berechnung von Anspruch auf Ergänzungsleistungen zulässig:

  • AHV, IV und Erwerbsersatz-Beiträge

  • Pauschalbeträge für die obligatorische Krankenversicherung. Diese sind auf kantonaler Ebene festgelegt. 

  • Berufsauslagen bis zur Höhe des Bruttoerwerbseinkommens

  • Unterhaltsbeiträge, in erster Linie Alimente

Falls Sie eine Liegenschaft besitzen:

  • Unterhaltskosten

  • Hypothekarzinsen bis zur Höhe des Bruttoertrags der Liegenschaft

Welche anerkannten Ausgaben gelten, wenn ich zu Hause lebe?

Für den allgemeinen Lebensbedarf pro Jahr:

Alleinstehende: 19’450.-
Ehepaare: 29’175.-
Für die ersten zwei Kinder: je - 10’750.-
Für zwei zweitere Kinder: je- 6’780.-
Mit dem fünften Kind für weitere: je 3’390.-

Für Wohnkosten inkl. Nebenkosten pro Jahr (Mietzinsmaxima):

Alleinstehende: max. 13’200.-
Ehepaare: max. 15’000.-
Personen mit Kindern: max. 15’000.-
Zusätzlich, falls ein Rollstuhl benötigt wird: max. 3600.- 

Mit Ausnahme des Mietzinses müssen diese Ausgaben nicht einzeln nachgewiesen werden, sondern werden mit weitgehend standardisierten Ansätzen jeweils für ein Jahr berechnet und monatlich ausbezahlt. Deshalb spricht man auch von jährlichen Ergänzungsleistungen.

Welche anerkannten Ausgaben gelten, wenn ich in einem Heim oder Spital lebe?

Tagestaxe: Kantone können einen Höchstbetrag festlegen!

Der Betrag für persönliche Ausgaben: Kauf von Kleidung, Hygieneprodukten, Steuern usw.

Welche Einnahmen können angerechnet werden

Die folgenden Einnahmen können bei der Berechnung von Anspruch auf Ergänzungsleistungen angerechnet werden

  • Renten (AHV und IV, Pensionskasse, ausländische Renten)

  • Lohnzahlungen

  • wiederkehrende Leistungen von Arbeitgebern

  • Einkünfte aus dem Vermögen (Zinsen, Miete, Untermiete, Pacht)

  • Wohnungsmiete

  • familienrechtliche Unterhaltsbeiträge (Alimente)

  • Ersatzeinkünfte (Taggelder der Krankenkasse, der Invalidenversicherung, der Arbeitslosenversicherung oder der Unfallversicherung)

  • Einkünfte und Vermögenswerte (Vermögensverzehr), die die Freigrenze übersteigen (37’500 CHF bei Alleinstehenden, 60’000 CHF bei Ehepaaren)

Wenn Freigrenzen überschritten werden, wird ein Teil als Einkommen angerechnet.

Bei Invalidenrenten: 1/15 (Ein Fünfzehntel)

Bei Hinterlassenenrenten: 1/15 (Ein Fünfzehntel)

Bei Altersrenten: 1/10 (Ein Zehntel)

Welche Einnahmen können nicht angerechnet werden?

Die folgende Einnahmen dürfen bei der Berechnung von Anspruch auf Ergänzungsleistungen nicht angerechnet werden

  • Unterstützung von Verwandten

  • öffentliche oder private Leistungen der Fürsorge und Sozialhilfe

  • Hilflosenentschädigungen (mit Ausnahmen beim Heimaufenthalt)

  • Assistenzbeiträge der AHV/IV

  • Unterstützungsbeiträge für die Ausbildung

Brauchen Sie Unterstützung bei der Berechnung Ihrer Ansprüche? Kontaktieren Sie uns.

Anspruch auf Ergänzungsleistungen

Welche Krankheits- und Behinderungskosten werden übernommen?

Zusätzlich zu den jährlichen Ergänzungsleistungen können Sie sich folgende Kosten zurückerstatten lassen:

  • Einfache und zweckmässige zahnärztliche Behandlungen

  • Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause/in Tagesstrukturen

  • Mehrkosten für eine lebensnotwendige Diät

  • Transporte zu nahe liegenden Behandlungsstellen

  • Kosten für Hilfsmittel

  • Beteiligung an den Kosten der Krankenkasse (Selbstbehalt und Franchise) bis zum Betrag von jährlich 1 000 Franken

  • ärztlich angeordnete Bade- und Erholungskuren

Selbst wenn man keine jährlichen Ergänzungsleistungen zugesprochen bekommt, ist die Rückerstattung von Krankheits- und Behinderungskosten durch Ergänzungsleistungen trotzdem möglich, wenn nur dieser Kosten wegens die Ausgaben die Einnahmen überschreiten.

Wo muss ich meinen Anspruch auf Ergänzungsleistungen geltend machen?

Sie kö̈nnen Ihren Anspruch bei der zuständigen Ergänzungsleistungen-Stelle geltend machen. Dort erhalten Sie auch die amtlichen Formulare für die Anmeldung. Sie, Ihre Stellvertretung oder eine nahe verwandte Person können die Formulare einreichen. Die EL-Stelle teilt Ihnen den Entscheid über die Ergänzungsleistungen schriftlich mit. Gegen diesen Entscheid können Sie auch Einsprache erheben.

Wie kann ich meinen Anspruch berechnen?

Die Berechnung der Ergänzungsleistungen kann schnell komplex werden. Gerne übernehmen wir für Sie das Sammeln der notwendigen Informationen, die Berechnungen, den Antrag und den Kontakt zu den lokalen Ämtern. Kontaktieren Sie uns.

Falls Ihre finanzielle Situation sich ändert

Es wird oft vergessen, dass die Berechnung des Anspruchs auf Ergänzungsleistung ein dauernder Prozess ist. Die Ansprüche verändern sich mit Ihrer persönlichen finanziellen Situation. Da sich im Alter die finanzielle Situation tendenziell eher verschlechtert, haben Sie mit der Zeit Anspruch auf höhere Beiträge. Es ist deshalb wichtig, Ihre Situation regelmässig zu überprüfen.

Wollen Sie prüfen, ob Ihr Anspruch auf Ergänzungsleistungen sich geändert hat ? Wir bieten einen Sozialversicherungs-Check an.

Muss ich Änderungen meiner persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse mitteilen?

Ja, Sie müssen der EL-Stelle jede Änderung der persönlichen und jede grössere Änderung der wirtschaftlichen Verhältnisse sofort mitteilen. Sie, Ihre gesetzliche Vertretung, eine Drittperson oder eine Behörde können die Änderungen bekannt geben. Zu solchen Änderungen gehören zum Beispiel:

  • Adressänderungen

  • Mietzinsänderungen (oder zusätzliche Personen, welche in der selben Wohnung leben)

  • Beginn oder Ende einer Erwerbsarbeit

  • Erhöhung einer Leistung des gegenwärtigen oder früheren Arbeitgebers, einer Pensionskasse oder Vorsorgeeinrichtung

  • Erbschaft oder Schenkung

  • Vermögensabtretungen

  • Liegenschafts- und Grundstücksverkauf

  • Eintritte in und Austritte aus Spitälern und Heimen

  • Beginn von regelmässigen Leistungen einer Krankenkasse

Wenn Sie solche Änderungen nicht melden oder beim Antrag der Ergänzungsleistungen falsche Angaben machen, müssen Sie zu Unrecht bezogene Leistungen zurückerstatten.

Häufige Fragen

Wann soll ich mich anmelden?

Wird der Antrag für Ergänzungsleistungen in den ersten sechs Monaten nach erhalt der AHV/IV-Rente eingereicht, werden die Ergänzungsleistungen rückwirkend ausbezahlt. Entsteht der Anspruch auf EL der Ausgaben für ein Heim oder eines Spital wegens, so werden die Ergänzungsleistungenrückwirkend auf den Monat des Heim- oder Spitaleintritts ausbezahlt, wenn der EL-Antrag innerhalb von sechs Monaten nach dem Eintritt gestellt wird.

Bei Anträgen nach dem Ablauf dieser sechsmonatigen Frist entsteht der Anspruch jeweils ab dem Monat, in dem der Antrag erstellt wurde.

Muss ich die Haushaltabgabe bezahlen?

Bezügerinnen und Bezüger von jährlichen Ergänzungsleistungen zur Altershinterlassenenversicherung und Invalidenversicherung (Bund) sind von der Abgabepflicht für die Haushaltabgabe befreit. Reichen Sie bei der der SERAFE AGIhr Bestä̈tigungsschreiben der EL-Stelle über den EL-Bezug ein. Die Abgabebefreiung erfolgt rückwirkend ab EL-Bezug, höchstens aber für fü̈nf Jahre ab Einführung der Haus- haltabgabe am 1. Januar 2019.

Ich habe Schulden, wie wirken sich diese aus?

Ergänzungsleistungen gehören zu den nicht verpfändbaren Vermögenswerten und sind somit nicht betroffen.

 

Die AHV

Was ist die AHV

AHV steht für Alter- und Hinterlassenenversicherung. Sie ist eine in der Schweiz obligatorische Sozialversicherung, die den Existenzbedarf im Alter- oder Todesfall deckensoll. Ab der Pension erhalten die Versicherten lebenslang eine monatliche Rente.

Das Ganze wird durch 70% über Lohnbeiträge finanziert, sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bezahlen einen Teil. Den Rest übernimmt der Bund, mehrheitlich durch Einnahmen der Mehrwertsteuer.

Wer hat Anspruch auf AHV-Leistungen

Sie haben Anspruch wenn Sie das “ordentliche Rentenalter” erreicht haben, dieses liegt bei 64 Jahren für Frauen und bei 65 Jahren für Männer. Gleichzeitig müssen Ihnen mindestens während eines vollen Beitragsjahres Beiträge angerechnet werden können. Dafürmüssen Sie nicht unbedingt während eines Jahres Beiträge geleistet haben, Sie können diesen Anspruch auch geltend machen, falls Ihr Ehepartner während eines Jahres den doppelten Mindestbeitrag bezahlt hat oder falls Ihnen Betreuungs- oder Erziehungsgutschriften angerechnet werden können.

Ab wann haben Sie Anspruch auf eine AHV-Rente

Sie haben Anspruch auf eine AHV-Rente am ersten Tag des Monats nach der Vollendung des ordentlichen Rentenalters.

Ab dem ersten Tag des Monats nach der Vollendung des ordentlichen Rentenalters. Bedeutet also, wenn Sie Beispielsweise am 15. Januar das ordentliche Rentenalter erreichen, haben Sie ab dem ersten Februar Anspruch.

Wann erlischt Ihr Anspruch auf eine AHV-Rente

Die Rente wird zum letzten Mal am Ende des Monats ausbezahlt, in welchem der Todesfall eintritt.

Vorbezug und Aufschieben der AHV-Rente

Sie können die AHV-Rente ein oder zwei Jahre vor dem ordentlichen Alter beziehen. Ebenfalls ist es möglich, den Bezug bis auf 5 Jahre aufzuschieben.

Finanzierung von Hilfsmitteln

Weniger bekannt ist, dass die AHV auch diverse Hilfsmitteln finanziert, welche für die Mobilität oder für das Aufrechterhalten eines sozialen Lebens notwendig sind. Beispiele davon sind Rollstühle, Prothesen oder Hörgeräte oder Rollatoren

Die IV

Was ist die IV?

Die Invalidenversicherung ist eine schweizweit obligatorische Versicherung. Sie sichert im Faller einer Invalidität durch Geld oder Eingliederungsmassnahmen die Existenzgrundlage.

Alle in der Schweiz wohnenden oder erwerbstätigen Personen sind bei der IV versichert. Wie bei der AHV und den Ergänzungsleistungen besteht auch bei der IV ein Rechtsanspruch auf Leistungen, falls die im Gesetz genau festgelegten Bedingungen erfüllt sind.

Wer hat Anspruch auf IV?

Bei einer Erwerbsunfähigkeit, die durch körperliche, psychische oder geistige Gesundheitsschäden entsteht, spricht man von einer Invalidität und hat somit Anspruch auf IV-Leistungen. Diese Unfähigkeit muss mindestens ein Jahr andauern. Ob die Gesundheitsschäden angeboren sind oder die Folge einer Krankheit oder eines Unfalls sind, spielt keine Rolle.

Wie melde mich mich für die IV-Leistungen an

Die Anmeldung muss bei der IV-Stelle des Wohnsitzkantons eingereicht werden. Diese kann von der versicherten Person, ihrem gesetzlichen Vertreter, Behörden oder Dritten, die die versicherte Person regelmässig unterstützen, eingereicht werden.

Die Anmeldung sollte frühzeitig erfolgen, wenn ein Gesundheitsschaden Leistungen der IV auslösen kann. Eine verspätete Anmeldung kann einen Verlust von Leistungen zur Folge haben.

Nach der Einreichung werden die Voraussetzungen für den Anspruch durch die IV geprüft. Diese klären dann alles ab.

Die Mitwirkungspflichten der Versicherten

Von den Versicherten wird erwartet, dass sie sich aktiv an der Umsetzung aller zumutbaren Abklärungs- und Eingliederungsmassnahmen beteiligen, damit der bestehende Arbeitsplatz erhalten bleibt, eine vergleichbare Tätigkeit ausgeübt oder eine anderweitige Eingliederung ins Berufsleben stattfinden kann

Wann endet der Anspruch auf IV-Leistungen?

Der Anspruch endet, wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind oder wenn die versicherte Person das Rentenalter erreicht. 

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