Todesfall

Todesfall  – was tun?

Wenn eine nahestehende Person stirbt, gibt es viel administratives innerhalb kurzer Fristen zu tun.

Die Todesbescheinigung und die Todesmeldung
Ein Arzt muss den Tod feststellen. Das kann ein Hausarzt oder der Notarzt übernehmen. Der Arzt wird dann eine Todesbescheinigung (auch oft “Todesschein” genannt) erstellen. Spitäler und Altersheime stellen selber Todesmeldungen aus.

Bestehen Unklarheiten über die Ursachen und Umstände des Todesfalles, muss die Polizei miteinbezogen werden.

Todesfall bei der Gemeinde melden
Innerhalb von zwei Tagen muss ein Familienangehöriger oder eine bevollmächtigte Person den Todesfall persönlich bei der Gemeinde melden. Die folgenden Dokumente sind notwendig:

  • Pass oder Identitätskarte der verstorbenen Person

  • Die Todesbescheinigung

  • der Schriftenempfangsschein

Falls die verstorbene Person eine AHV- der IV-Rente bezog, muss deren Auszahlung eingestellt werden. Die Meldungdes Todesfalls an die Schweizerische Ausgleichskasse übernimmt das Zivilstandsamt des Todesortes. Beachten Sie, dass falls Hinterbliebene Anspruch auf eine Witwen- oder Waisenrente haben, diese selber geltend gemacht werden muss .

Todesurkunde bestellen
Die Familienangehörigen können beim Zivilstandsamt eine Todesurkunde bestellen.

Überführung der Leiche
Erst wenn die Todesbescheinigung bzw. die Todesmeldung vorliegt, kann die verstorbene Person vom Bestattungsdienst überführt werden.Die Überführung zum Aufbewahrungsort ist normalerweise durch die Gemeinde organisiert. Dies kann aber ein paar Tage dauern. Je nach Kanton können Sie sonst selber eine Bestattungsfirma beauftragen.

Familie, Freundeskreis informieren
Die allfälligen Erben und Nahverwandten müssen benachrichtigt werden. Eventuell bestehen ein Testament, eine Erbvertrag und Anordnungen für den Todesfall, welche in diesem Moment gesucht werden müssen.

Banken, Versicherer, Ärzte, Ämter, Vermieter, Arbeitgeber und andere Kreditoren bzw. Vertragspartner informieren
Alle Firmen, welche eine rechtliche Beziehung mit der verstorbenen Person haben, müssen informiert werden. Ebenfalls müssen alle relevanten Ämter über den Todesfall Bescheid wissen, etwa das Steueramt, AHV, IV, Ergänzungsleistungen, usw. Beachten Sie, dass die Banken die Konten und Depots nach Meldung des Todesfalls sperren werden.

Verträge der verstorbenen Person 
Um unnötige Kosten zu vermeiden, müssen dringend alle Verträge gekündigt werden: Mietverträge und Heimverträge, Versicherungen, Telefonanbieter, usw.

Bestattung anmelden
Falls keine Anordnungen für den Todesfall bestehen, können die Familienangehörigenüblicherweise auf der Gemeinde bestimmen, wie die verstorbene Person bestattet werden soll. Sei müssen u.a. die folgenden Entscheide treffen:

  • Wo soll die verstorbene Person bis zur Bestattung aufgebahrt werden

  • Soll sie kremiert oder in der Erde beigesetzt werden?

  • Wie sollen der Sarg bzw. die Urne aussehen?

  • Wann und wo soll die Trauerfeier stattfinden?

  • Soll die Beisetzung in einem Reihen-, Urnen-, Gemeinschafts-, Familien- oder bereits einem bestehenden Grab stattfinden?

  • Wann soll der Todesfall amtlich publiziert werden?

  • Wollen Sie eine Todesanzeige aufgeben ? Falls ja, wann und in welcher Zeitung? Was soll in der Todesanzeige stehen?

Beachten Sie, dass gewisse Bestattungsleistungen kostenpflichtig sind.

Trauerfeier organisieren
Eine Trauerfeier kann in mehreren Formen durchgeführt werden. Die klassische Trauerfeier findet zuerst in der Kirche und dann in einem Restaurant statt. Vermehrt werden aber andere Formen von Bestattungen und Abschiedsfeiern bevorzugt. Nach der Trauerfeier sollten die Beileidsbriefe beantwortet werden.

Falls vorhanden sind die Anordnungen für den Todesfall eine wichtige Hilfe, um einerseits den zahlreichen administrativen Verpflichtungen im Todesfall, andererseits den Bestattungswünschen der verstorbenen Person, gerecht zu werden.

Beim Todesfall geht es um Administration
Die Abwicklung eines Todesfall ist eine rein administrative Angelegenheit und beinhaltet keine komplexen juristischen Aspekte. Die Schwierigkeit liegt darin, dass sehr viele administrative Aufgaben innerhalb kurzer Fristen und während der Trauerphase der Angehörigen erledigt werden müssen. In der Praxis verursacht das Nichteinhalten gewisser Fristen hohe Kosten, etwa falls ein Vertrag mit einem Heim nicht pünktlich gekündigt wird.

Der Aufwand für die Abwicklung eines Todesfalls
Einen Todesfall abzuwickeln ist nicht besonders komplex aber für Laien ein grosser Aufwand. Da Sie als Angehörige keine Erfahrung mit Todesfällen haben, ist es für Sie schwierig sich während der Trauerphase in demamtlichen und administrativen Dschungel zurecht zu finden. Auch eine vermeintlich “einfache” Situation kann anspruchsvoll werden.

Gerne unterstützen wir Sie in dieser schweren Phase. Wir übernehmen für Sie entweder die gesamte Abwicklung des Todesfalls oder stehen Ihnen beratend zur Seite. In den wenigsten Fällen ist der Einsatz eines Fachanwaltes notwendig. Kontaktieren Sie uns

Die Anordnungen für den Todesfall

Wieso Anordnungen für den Todesfall erstellen
Die Anordnungen für den Todesfall ist ein Dokument, das eine Person zu Lebzeiten erstellt. Sie beinhalten alle wichtige Informationen und Wünsche für die Regelung des Todesfalls.

Die Anordnungen für den Todesfall sind ein wichtiges Hilfsmittel für die Personen, die den Todesfall abwickeln. Zudem sichern Sie Ihre Wünsche nach Ihrem Ableben.

Inhalt der Anordnungen für den Todesfall
Die Anordnungen für den Todesfall beinhalten typischerweise folgende Themen:

  • Liste der Personen, die über den Todesfall informiert werden sollen

  • Wünsche und Instruktionen zur Bestattung, z.B.

  • ob Kremation oder Beerdigung

  • Art und Ort der Bestattung

  • Form und Inhalt der Todesanzeige

  • Grabmal und Grabgestaltung

  • Ort und Gäste der Trauerfeier

  • Wunsch zum Leidmahl

  • usw.

  • Liste der Verträge und Policen mit Vertragsnummer, Bank- und Postkonten, Freizügigkeitskonten, Abonnements, Kundennummern, Logins und Passwörter

  • Angaben über den Hinterlegungsort allfälliger wichtiger Dokumente, wie das Testament, den Erbvertrag, Familienbüchlein, usw., die für die Erbteilung und die Abwicklung des Todesfalls relevant sind.

  • Angaben über Wertsachen, deren Hinterlegungsorte (Banksafe, Tresor, usw.) und Schlüssel

  • Andere Wünsche, z.B. können Sie definieren, wer sich um Ihr Haustier sorgen soll

Die Anordnungen für den Todesfall sind oft kurz gefasst aber können beliebig detailliert werden.

Der Beauftragte für die Anordnungen für den Todesfall
Weniger bekannt ist, dass Sie jemanden ernennen können, der sich um die Umsetzung der Anordnungen für den Todesfall kümmert. Es müssen nicht zwingend die Erben oder der Willensvollstrecker sein.

Der Willensvollstrecker kommt meistens zu spät zum Einsatz, da die Willensvollstreckungzuerst gerichtlich freigegeben werden muss. Zudem sind die Stundensätze der Willensvollstrecker, oft Anwälte, meisthoch. Es ist weder sinnvoll noch ratsam, von einem Anwalt seine Bestattung organisieren oder die Versicherungspolicen kündigen zu lassen.

Haben Sie bereits einen Willensvollstrecker ernannt aber möchten Ihre Anordnungen für den Todesfall von jemand anderem erledigen lassen? Kontaktieren Sie uns.

Formvorschrift der Anordnungen für den Todesfall
Die Anordnungen für den Todesfall sind kein rechtliches Dokument. Somit unterliegen sie keiner speziellen Formvorschrift. Sie können sie elektronisch verfassen, ein Formular ausfüllen oder natürlich eigenhändig schreiben, wenn Sie wollen.

Anordnungen für den Todesfall, Testament und Erbteilung
Die Anordnungen für den Todesfall sind keine Verfügungen von Todes wegen. Sie dürfen darin keine Richtlinien und Wünsche zur Teilung Ihres Nachlasses formulieren. Dafür müssen Sie ein Testament oder einen Erbvertrag errichten.

Anordnungen für den Todesfall, Patientenverfügung und Vorsorgeauftrag
In der Patientenverfügung legen Sie die medizinischen Massnahmen fest, die Sie im Fall von Urteilsunfähigkeit gestatten. In dieserHinsicht ersetzen die Anordnungen für den Todesfall die Patientenverfügung nicht. In gewissen Vorlagen für die Patientenverfügung können Sie aber auch Wünschen und Richtlinien zu Ihrer Bestattung niederschreiben. Da beide Dokumente regelmässig aktualisiert werden sollten, besteht mit der Zeit das Risiko, dass sie sich überschneiden und widersprechen. Wir empfehlen Ihnen deshalb, Ihre Wünsche für die Bestattung ausschliesslich in den Anordnungen für den Todesfall festzulegen.

Die Anordnungen für den Todesfall haben mit dem Vorsorgeauftrag nichts zu tun, da dieser nach dem Todesfall erlischt. Mehr Informationen über den Vorsorgeauftrag finden Sie hier.

Brauchen Sie Hilfe zur Errichtung Ihrer Anordnungen für den Todesfall. Kontaktieren Sie uns.

Das Testament

Das Testament ist ein rechtliches Dokument zur Festlegung von Verfügungen von Todes wegen. In einem Testament können Sie im Rahmen vom Erbrecht nach Zivilgesetzbuch (ZGB) über die Teilung Ihres Nachlasses verfügen.

Es gibt drei Arten von Testamenten

  • Das eigenhändige Testament

In der Praxis werden Testamente meistens eigenhändig geschrieben. Wichtigist, dass das Testament auch datiert und unterschrieben wird. Da ein Testament rechtlich einwandfrei sein muss, empfehlen wir Ihnen trotzdem, den Inhalt nicht allein oder anhand einer allgemeinen Vorlage zu erstellen, sondern professionellen Rat zu holen.

  • Das notarielle Testament

Ein Testament kann auch bei einem Notar erstellt und in Anwesenheit von zwei Zeugen beurkundet werden. Ein beurkundetes Testament ist rechtlich gleich gestellt wie ein eigenhändiges Testament. Bitte beachten Sie, dass je nach Kanton Gebühren anfallen, die proportional zum Nachlass sind.

  • Das Nottestament

Falls ein schriftliches Testament nicht mehr möglich ist, können Sie ein Nottestament erstellen, indem Sie Ihre letzten Verfügungen mündlich zwei Zeugen mitteilen. Die Zeugen sind verpflichtet, diese Verfügungen so schnell wie möglich in einer Urkunde zu bezeugen.

Wieso ein Testament errichten?
Ohne Testament wird nach einem Todesfall die Erbschaft gemäss dem schweizerischen Erbrecht geregelt. In vielen Fällen bewährt sich die gesetzliche Erbfolge. Ein Testament kann auch sehr kurz gefasst werden und nur eine Klausel beinhalten, z.B. um einen Willensvollstrecker zu ernennen. Die Themen, die nicht behandelt werden, werden dann automatisch gemäss ZGB geregelt.

Mit einem Testament können Sie von der gesetzlichen Erbfolge abweichen. Sie können einem gesetzlichen Erben einen grösseren oder umgekehrt einen kleineren Anteil zusprechen, nicht-gesetzliche Erben ernennen oder Vermächtnisse festlegen.

Was beinhaltet ein Testament?
In einem Testament legen Sie im Wesentlichen das Folgende fest:

  • Wer sind meine Erben und wie gross sollen Ihre Anteile an der Erbschaft sein

  • Sollten spezielle Bedingungen gelten, z.B. Vor- und Nacherben

  • Wem oder welcher Organisationen möchte ich was vermachen (Vermächtnisse)

  • Wer soll meinen Nachlass verwalten und für die korrekte Erbteilung sorgen? (Willensvollstrecker)

Ein Testament kann eines oder mehrere dieser Themen beinhalten.

Die Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge – wer erbt wie viel?
Das Zivilgesetzbuch (ZGB) sieht vor, dass gewisse Verwandte von Gesetztes wegen Erben sind. Man spricht von gesetzlichen Erben. Die nächsten Verwandten haben Pflichtteile. Das heisst, sie haben einen Mindestanspruch auf den Nachlass und können nicht vollständig enterbt werden.

Die Pflichtteile sind kleiner als die gesetzlich vorgesehenen Anteile. Um die Anteile anzupassen, müssen Sie ein Testament errichten.Die Differenz zwischen den gesetzlich vorgesehenen Anteilen und den Pflichtteilen ist die sogenannte freie Quote. Sie können über diesen Anteil frei verfügen.

Erbfolge und Pflichtteilebei Verheirateten
Mit Kindern:

Erbteilung ohne Testament: Ihr Ehepartner erhält 50%, die Kinder erhalten zusammen 50%

Erbteilung mit Testament:: Der Ehepartner erhält mindestens 25%, die Kinder erhalten mindestens 37.5%(3/8)(Pflichtteil)

Freie Quote:mindestens 37.5%(3/8)

Ohne Kinder:

Erbteilung ohne Testament:: Ihr Ehepartner erhält 100%

Erbteilung mit Testament:: Ihr Ehepartner erhältmindestens 37.5%(3/8) (Pflichtteil)

Freie Quote:mindestens 50% 

Erbfolge und Pflichtteilebei Alleinstehenden bzw. Nicht-Verheirateten oder Verwitweten
Mit Kindern:

Erbteilung ohne Testament: Die Kinder erhalten 100%

Erbteilung mit Testament:: Die Kinder erhalten mindestens 75%(Pflichtteil)

Freie Quote: mindestens 25%

Ohne Kinder aber mit Geschwistern (ohne Eltern)

Erbteilung ohne Testament:: Die Geschwister erhalten 100% 

Erbteilung mit Testament:: Die Geschwister erhalten mindestens 0% (Pflichtteil)

Freie Quote: mindestens 75%

Ohne Kinder und ohne Geschwister:

Erbteilung ohne Testament: Der Staat erhält Ihr ganzes Vermögen.

Erbteilung mit Testament:: Sie können frei über Ihr ganzes Vermögen verfügen.

Haben Sie Fragen zum Testament? Im Rahmen eines persönlichen Beratungsgespräches im Bereich rechtliche Vorsorge informieren wir Sie über die rechtliche Lage und errichten für Sie ein einfaches Testament. Zusätzlich zum Testament werden die Anordnungen für den Todesfall, der Vorsorgeauftrag und die Patientenverfügungerklärt.

Die Willensvollstreckung

Was macht ein Willensvollstrecker?
Im Testament können Sie einen Willensvollstrecker ernennen. Es kann eine Privatperson oder eine Firma sein. Die Aufgaben des Willensvollstreckerssind gemäss Art. 518 ZGB wie folgt definiert:

  • die Erbschaft zu verwalten

  • die Schulden des Erblassers zu bezahlen

  • die Vermächtnisse auszurichten und

  • die Teilung nach den vom Erblasser getroffenen Anordnungen oder nach Vorschrift des Gesetzes auszuführen

Wie ernenne ich einen Willensvollstrecker?
Der Willensvollstrecker muss in den letztwilligen Verfügungen ernannt werden. Sie dürfen auch mehrere Willensvollstrecker ernennen.

Wieso sollte ich einen Willensvollstrecker ernennen?
Einen neutralen Willensvollstrecker einzusetzen, bringt die folgenden Vorteile:

  • Sie entlasten Ihre Erben

  • Sie reduzieren das Risiko eines Streits zwischen den Erben und somit auch einer allfälligen jahrelangen Blockierung des Prozesses.

Was kostet ein Willensvollstrecker?
Die professionellen Willensvollstrecker verrechnen auf Stundenbasis. Treuhänder verrechnen Stundensätzen zwischen 250 und 300 CHF. Je nach Erfahrung und Fachkompetenz können Anwälte zwischen 300 und 55O CHF pro Stunde verrechnen.

Pauschalhonorare und Honorare, die als Prozent des zu verwaltenden Nachlassen verrechnet werden, sind zwar nicht per se unzulässig aber können angefochten werden. Relevant ist, ob der Betrag im Vergleich zum Aufwand mit einem üblichen Stundensatz angemessen ist.

Der Einsatz eines Anwaltes lohnt sich vor allem bei komplexeren Vermögensverhältnissen, z.B. wenn Unternehmen oder Immobilien im Ausland Teil des Nachlasses sind oder falls die Verhältnisse zwischen den Erben besonders angespannt sind.

Bei den meisten Willensvollstreckungsmandaten geht es aber ausschliesslich um die Erledigung von administrativen Aufgaben und Erbteilung gemäss Testament oder ZGB. Für diese Fälle bieten wir unsere Dienstleistungen für 140 CHF pro Stunde an.

Beachten Sie, dass die Grossfirmen, z.B. Banken, Willensvollstreckungsmandate meist erst ab einem gewissen Vermögen überhaupt annehmen. Typischerweise beschränkt sich das Angebot auf Private Banking Kunden. Es besteht deshalb das Risiko, dass Ihr Mandat nach Ihrem Ableben abgelehnt wird.

Büro-Spitex

© 2020 Büro-Spitex AG. Alle Rechte vorbehalten.

Konnten wir Ihnen mit dieser Seite behilflich sein?

Danke für die Bewertung!

Könnten wir noch etwas verbessern, damit Sie zufriedener sind?